Mitte Dezember 2024 machte sich die Klasse 9a im Rahmen des Deutschunterrichts auf, um ausgewählten Bildern der Ostdeutschen Galerie eine Sprache zu verleihen. Im Workshop „Bilder erzählen Geschichten“ ging es darum, Inhalte, Farben und Formen auf den Bildern zu schildern, also „mit Worten zu malen“. Mit allen Sinnen wurde etwa das Gemälde von Conrad Felixmüller „Ich male meinen Sohn“ (1923, Öl auf Leinwand) mit Hilfe von Vergleichen, Personifikationen, Metaphern und inneren Monologen versehen, um in die Gefühls- und Gedankenwelt des malenden Künstlervaters bzw. seines als Model stillstehenden fünfjährigen Sohnes Luca einzutauchen. 

Die Sinnesreise der 9a ging danach weiter zu einem anderen Bild, welches die Schülerinnen und Schüler aufgrund der von der fachkundigen und eloquenten Museumspädagogin, Frau Volpert, eingespielten Musik identifizieren mussten. Charlestonklänge navigierten die Betrachter schnell zum 1929 entstandenen Werk „Wohltätigkeitsbazar“ von Milada Marešová. Auf den ersten Blick verkörpert das Bild die Hilfsbereitschaft reicher Menschen in Paris vor fast 100 Jahren. Auf den zweiten Blick – und das erkannten die Schülerinnen und Schüler rasch selbst – scheint es den reichen Menschen eher um sich selbst, ihre Selbstinszenierung und die Präsenz in der feinen Gesellschaft zu gehen. Andere Menschen sollten sie sehen und bewundern. Weitere schildernde Schreibaufgaben kamen hier zur Anwendung. 

Und auch dem Museumsbesuch widmeten sich unsere Schülerinnen und Schüler mit schildernden Worten: 

 Das Museumsabenteuer der 9a 

Draußen vor dem imposanten Gebäude der Ostdeutschen Galerie weht ein eisig kalter Wind. Staunend schauen wir auf die Fassade des Museums und auf die roten Säulen, die das Museumsdach tragen. In der großen Lobby sehen wir neugierig nach oben auf die gewaltige Kuppel und hören gespannt den Geschichten und Beschreibungen von Frau Volpert, der Museumspädagogin, zu. In einem anderen Raum, der durch seine Sauberkeit besticht, betrachten wir wunderschöne Gemälde und eindrucksvolle Bilder mit kontrastreichen Farben und hören uns dazu passende Musik an. Dadurch fällt es uns sehr leicht in die Bilder einzutauchen und die Emotionen und Gefühle der dargestellten Personen nachzuempfinden. Jetzt führt uns die Kunstvermittlerin in das zweite Stockwerk der Ostdeutschen Galerie, wo wir wiederum viele neue Kunstwerke kennenlernen. So zum Beispiel das „Dom-Innere“. Ein Gemälde so bunt wie ein Regenbogen. Wir erfahren die spannende Geschichte, die hinter dem Bild steckt und stellen uns vor, wie es sich anfühlen würde, ein Teil des Kunstwerkes zu werden und in das endlose Meer von Farben eintauchen zu können. (nach Márk Rácz) 

Mein Dank gilt den Schülerinnen und Schülern der 9a, die sich offen und experimentierfreudig zeigten und die sich auf die Kunst, mit Worten zu malen, eingelassen haben. 

Yvonne Hartwig
für das Seminar Deutsch